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Gesundheit

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Chancengleichheit im Zugang zu Gesundheit

gesundheit1Für 550.000 Menschen in Zentraltogo gibt es ein Zentralkrankenhaus, das Centre Hospitalier Régional (CHR) in Sokodé. Nicht nur dort herrscht ein chronischer Mangel an medizinischem Verbrauchsmaterial, Geräten und Medikamenten. Vor allem in ländlichen Gesundheitszentren ist die Lage prekär – und hier wiederum vor allem für Frauen, die diese Zentren vor allem bei Geburtskomplikationen aufsuchen.

In Zentraltogo hat URBIS FOUNDATION in den vergangenen Jahren medizinische Geräte (z.B. ein Ultraschallgerät), ein Notstromaggregat, diverse Solarinstallationen und viele Hilfsmaterialien auch für Menschen mit Behinderung gespendet. Leider mussten wegen allgemeiner Unregelmäßigkeiten in zwei Kliniken im städtischen Umfeld zwei von ursprünglich 14 Verträgen mit Gesundheitseinrichtungen aufgehoben werden – aber es bleiben die 12 Einrichtungen, die an einer längerfristigen Zusammenarbeit mit URBIS FOUNDATION (Togo) interessiert sind.

Seit 2008 wurde ein fester Rhythmus für rd. 12 Gesundheitszentren im ländlichen Umfeld von Sokodé eingeführt: Jährlich kann über URBIS FOUNDATION Togo eine Bestellliste bei dem Medikamentenhilfswerk ACTION MEDEOR eingereicht werden, um medizinisches Material und Medikamente für den ständigen Bedarf in diesen Gesundheitszentren anzufordern. URBIS FOUNDATION übernimmt die Bestell- und Transportkosten. Die Materialien werden dann mit einem in der Region verständlichen Beipackzettel zugestellt. Von dieser Bestellmöglichkeit haben im vergangenen Jahr 7 Gesundheitszentren Gebrauch gemacht.

Die Verteilung des Materials an die Verantwortlichen der Gesundheitszentren erfolgt in Begleitung des Regionalrepräsentanten von URBIS FOUNDATION Togo in Anwesenheit eines Vertreters des regionalen Koordinationskomitees COGES und des lokalen Dorfkomitees für Gesundheitsangelegenheiten. Damit soll sicher gestellt werden, dass die Spenden koordiniert und korrekt in den Material- und Medikamentenbestand der Gesundheitseinrichtung aufgenommen und registriert werden; auch die Verwendung der Spenden muss dokumentiert werden.

Sachspenden werden regelmäßig von URBIS FOUNDATION gesammelt.

Gesundheitsrisiken zu vermeiden – dieses Anliegen liegt auch der URBIS FOUNDATION am Herzen. Sie sieht vor allem in zwei Bereichen eine Möglichkeit, zur Gesundheitsaufklärung in der Region Tchaoudjo beizutragen:

CIAF, die regional vertretene Organisation gegen Weibliche Genitalverstümmelung, wird seit Jahren von URBIS FOUNDATION finanziell in ihrer Sensibilisierung zu den gesundheitlichen Risiken der Beschneidung von Mädchen und Frauen unterstützt. 20 Frauen setzen sich unermüdlich dagegen ein, dass die eigentlich gesetzlich verbotene weibliche Genitalverstümmelung in der Region noch praktiziert wird. Sie organisieren Zusammenkünfte in Dörfern, bei denen sie mit Hilfe von einem Plastikmodell eines Frauen-Unterleibs demonstrieren, was eigentlich bei der Beschneidung passiert und welche Konsequenzen es für die betroffenen Mädchen und Frauen hat. Diese Aufklärungsarbeit erfordert großen Mut und eine volle Überzeugung – denn öffentlich über Sex zu reden, ist ein Tabu in Togo und noch viel mehr in der stärker muslimisch geprägten Zentralregion.

Wie in vielen anderen betroffenen Ländern auch spielt die finanzielle Situation der Beschneiderinnen eine Schlüsselrolle im Kampf gegen die Genitalverstümmelung. Mit Hilfe einer Mikrofinanzierung für eine alternative einkommensschaffende Maßnahme können Beschneiderinnen nicht nur zur Aufgabe ihrer Tätigkeit überzeugt, sondern auch längerfristig von einer Rückkehr zu dieser teils erträglichen Beschäftigung abgehalten werden. Einige von ihnen engagieren sich selbst in der Aufklärung zu den Risiken dieser äußerst riskanten und für die Betroffenen traumatisierenden Praxis.

URBIS FOUNDATION engagiert sich dafür, weitere Informations- und Aufklärungsmaterialien zur Verfügung zu stellen, die vor allem Jugendliche befähigen, sich für ihre (sexuelle) Gesundheit selbst verantwortlich zu fühlen. Dies fängt bei Informationen über sexuell übertragbare Krankheiten und ungewollte bzw. frühe Schwangerschaften an, kann aber auch gesunde Ernährung und Lebensbewältigungsstrategien im Allgemeinen beinhalten.