|
Umwelt- und Klimaschutz – Erneuerbare Energien
Vom 8. bis 10. Juni 2011 wurde die Evangelische Akademie in Loccum zum Treffpunkt für Expert/innen und Neugierige aus europäischen und afrikanischen Ländern, die Chancen und überwindbare Hindernisse zu einer dezentralen Versorgung der Bevölkerung mit Erneuerbaren Energien diskutierten. Das Tagungsthema „Energiefarmen in Afrika“ wurde aus unternehmerischer, (entwicklungs-)politischer und naturwissenschaftlicher Sicht beleuchtet – einzelne Eindrücke und Tagungsbeiträge finden Sie unter www.loccum.de/Afrika.
Für URBIS FOUNDATION gab die Teilnahme an der Tagung in mehrfacher Hinsicht weiteren Aufwind für die Projekte, die noch in diesem Jahr realisiert oder für eine Realisierung im Jahr 2012 vorbereitet werden sollen: Die Erfahrungen mit einer Solarlampeninstallation auf einem Dorfplatz und die Förderung von Erwerbsmöglichkeiten im Solarbereich lassen sich optimal verbinden im Konzept des „Energiekiosks“.
Diese Kombination aus Beleuchtungs- und Aufladestation lässt sich vor allem im dörflichen Lebensumfeld ohne reguläres Stromnetz wunderbar so einsetzen, dass Privatpersonen und Handwerker oder Kleinunternehmen ihre Geräte zum alltäglichen Gebrauch aufladen können. Davon erhofft man sich eine effizientere Verbesserung der Lebensbedingungen als über einzelne Solargeräte in Privathaushalten, die entweder aus vorhandener Kaufkraft oder über Mikrokredite finanziert sind. Von Energiekiosks kann auch ein Anschubeffekt ausgehen zur Stärkung kleiner lokaler Unternehmen (z.B. Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte zur besseren Verwertung über einen längeren Zeitraum).
Dieser Katalysatoreffekt wird noch stärker erwartet bei Projekten, mit denen die Verwendung von Solarenergie z.B. zur Warmwassergewinnung in ländlichen Gesundheitsstationen oder Krankenhäusern „spürbar“ wird. Dadurch treten nicht zuletzt auch interessante unternehmerische Investitionsmöglichkeiten zutage, für deren Förderung auf politischer und internationaler Ebene in Togo vor kurzem Bereitschaft signalisiert wurde.
URBIS FOUNDATION wird zusammen mit zwei europäischen Studenten in den nächsten 4 Monaten eine Solar-Marktanalyse in der Region Tchaoudjo durchführen, die eine gute Planungsgrundlage nicht nur für den Solar-, sondern auch den Bildungssektor von UF Togo schaffen wird. Denn Solarinstallationen müssen qualifiziert geplant, aufgestellt und gewartet werden. Einen praxisbezogenen Beitrag zu dieser Qualifikation wird ein Solarexperte aus Deutschland leisten, der gegen Jahresende für einen Kurzeinsatz in Sokodé erwartet wird.
Bildung
5 Jahre ist sie nun alt, die MEDIATHEK von UF Togo in Sokodé. Das Bibliotheks- und Kursangebot ist aus den Kinderschuhen heraus gewachsen und so wird im Juli ein benachbartes Gebäude zum bestehenden Mediatheks- und UF-Bürositz für eine räumliche Erweiterung hergerichtet. Ab September 2011 sollen dort auch Theoriekurse rund um EDV, Sekretariatstätigkeiten, Buchhaltung und Projektmanagement angeboten werden.
Das neue Gebäude soll aber auch Raum bieten für einen neuen Ansatz von URBIS FOUNDATION Togo: Die Sektoren Landwirtschaft, Erneuerbare Energien, Bildung, Gesundheit und Soziales haben seit 2005 so viel Erfahrung gesammelt, dass sie ihr Wissen systematischer an Interessierte weitergeben können als bisher. Umgekehrt muss mit einer stärkeren Vernetzung und partnerschaftlichen Zusammenarbeit in der Kommune Sokodé, der Präfektur Tchaoudjo und der gesamten Zentralregion dieses Know-How auch noch weiter ausgebaut werden.
Die Mediathek und das UF-Togo-Büro werden eine Plattform aufbauen, an die sich alle Interessierte – Laien und Expert/innen, Schüler/innen und Erwerbspersonen, Kinder, Männer und Frauen – wenden können. Ihre Alltags- oder Spezialfragen werden dort beantwortet und eine Austauschmöglichkeit angeboten. Für die Innenausstattung werden noch dringend Material- oder Geldspenden gesucht!
Internationales: ASA-GLEN/Programm 2010/2011
Seit 2007 waren Student/innen aus Deutschland im Rahmen des ASA-Programms für je 3 Monate in Sokodé, um im Solar- und Bildungssektor im togoischen Team mit zu arbeiten. Über das ASA-Programm können seit 1960 Student/innen in Auslandsprojekten Erfahrungen sammeln, ihr Wissen in einem Fachgebiet einbringen – und vor allem vor Ort interkulturelle Team- und Projektarbeit kennen lernen. Die deutsche Zusammenfassung ... et les impressions des jeux de théâtre, organisés par deux étudiantes allemandes en 2010/11 – lesen Sie bitte hier/veuillez trouver ici.
Ende Juni 2011 werden erstmals zwei Studenten im Rahmen des europäischen Zweigs des ASA-Programms, dem GLEN-Programm, in Sokodé sein und auf den Recherchen und Projekten im Solarsektor von UF Togo aufbauen, die ihre deutschen Studenten-Kollegen 2010 durchgeführt hatten. GLEN steht für „Global Education Network of Young Europeans“ und versteht sich als Qualifizierungsprogramm rund um Globales Lernen und Multiplikatorausbildung. Ein deutscher und ein französischer Kollege werden bis September 2011 eine lokale Marktanalyse durchführen –und dabei das gesamte UF-Team in Togo und Deutschland einen Schritt weiter bringen in den Bemühungen, Erneuerbare Energien, insbesondere Solarenergie, gerade der ländlichen Bevölkerung in Zentraltogo zugänglicher zu machen. Wir halten Sie darüber auf dem Laufenden.
|